Schröpfen
Die Schröpftherapie basiert auf einer spezifischen Hautreizung und gehört zu den ausleitenden Verfahren. Mit den Schröpfgläsern erzeugt man auf der Haut einen Unterdruck, wodurch Schadstoffe über die Haut ausgeleitet werden. Nicht nur in der Chinesischen Medizin (➔ TCM) wird das Schröpfverfahren angewendet, sondern auch in der westlichen Naturheilkunde (➔ TEN). Man unterscheidet verschiedene Anwendungsarten. Die drei bekanntesten Varianten sind das trockene Schröpfen, das blutige Schröpfen und die Schröpfkopfmassage.
Die Wirkung des Schröpfens
Auf der Haut wird die Durchblutung gefördert und die Hauttemperatur erhöht. Dadurch verbessert sich die Funktion:
- der Nährstoffzufuhr
- der Schweiss- und Talgdrüsen
- der Entgiftung und der Abwehrkraft der Haut
- der sensorischen Nerven
In der Muskulatur werden die Kapillargefässe stimuliert. Dies hat einen positivem Effekt auf die Muskelregeneration sowie bei Muskelverkrampfungen um die Gelenke.
Die Gelenke werden besser durchblutet und damit hat das Schröpfen Einfluss auf die Produktion der Gelenkflüssigkeit (Synovia). Auch bei Gelenkrheuma kann Schröpfen gut helfen.
Eingesetzt im Bauchbereich kann das Schröpfen die Eingeweide stimulieren und beeinflusst damit die Peristaltik, die Verdauungssäfte und allgemein die Verdauung.
Die Geschichte des Schröpfens
Schröpfen hat eine lange Tradition und wurde in verschiedenen Epochen und von verschiedenen Völkern angewendet. So soll schon vor 3‘600 Jahren in Ägypten geschröpft worden sein. Der griechische Arzt Hippokrates (460-377 v. Chr.) gibt in seiner Humorallehre (➔ TEN) (Vier-Säfte-Lehre: Blut, Schleim, schwarze Galle und gelbe Galle) sogar genaue Anweisungen zur Durchführung des Schröpfen und begründet deren Wirksamkeit.
Und aus chinesischen Quellen ist zu entnehmen, dass zur Zeit der Han-Dynastie vor 2‘300 Jahren das Schröpfen mit ausgehöhlten Tierhörnern durchgeführt wurde. Leider geriet die Methode später in Verruf, weil zur Zeit des Mittelalters zur Ader lassen Hochkonjunktur hatte und deshalb auch viel zu oft und zu intensiv blutig geschröpft wurde. Erst der österreichisch Arzt Bernhard Aschner (1883-1960) machte dieses ausleitende Verfahren in Europa wieder populär.
Die Kontraindikationen des Schröpfens
- An Bauch und Rücken bei Schwangeren
- Starkes Schröpfen auf dem Bauch generell
- Über Hautkrankheiten oder Hautverletzungen
- Über Leberflecken
- Über Ödemen
- Über vergrösserten Blutgefässen
- An Patienten mit hohem Fieber oder Krämpfen
- Starkes Schröpfen an schwachen oder alten Menschen
- An Patienten, welche leicht bluten